Preisträger 2013

Geschafft: Die Preisträger des Mundartwettbewerbs „De gnitze Griffel“ stehen fest. Die Erzählung über „En Schaffknecht” brachte ebenso Erfolg wie eine Szene über „Nebentätigkeiten“. Aus 192 Einsendungen zum Themenkreis „Schaffe – Gschafft – Erschaffe” wählte die Jury des „Arbeitskreis Heimatpflege“ die Sieger aus. Der „gnitze Griffel“ in fünf Sparten wird alle zwei Jahre im Regierungsbezirk Karlsruhe vergeben. Gefragt sind dabei unveröffentlichte Texte in den Dialekten, die zwischen Bühl und Buchen gesprochen werden. Die Hauptpreise gehen in diesem Jahr nach Bruchsal, Wiesloch, Karlsbad und Durmersheim/Edenkoben.

Für einen einfühlsamen wie kritischen Lebensrückblick eines Mannes erhält Brigitte Köck aus Bruchsal den ersten Preis für Prosa. Dabei steht der Geschichtentitel „Schaffknecht“ für ein gelobtes fleißiges Kind. Die ungeahnten Schwierigkeiten beim geplanten zeitweisen Ausstieg aus dem Berufsleben erzählt humorvoll Ulrike Vogel aus Waldbronn (zweiter Preis). Ingrid Klumpp (Philippsburg) holte sich den dritten Preis mit einer experimentellen „Tagebuchnotiz“ über einen gelungenen Geburtstag.

Die besten Szenen stammen von Werner Puschner (Karlsbad), der zwei Männer auf unkonventionelle Weise über „Nebentätigkeite“ sprechen lässt sowie Thomas Huber. Der Karlsdorfer beschrieb schmerzlich genau die Planungen eines Ehepaars (De schaffich Samschdags-Blues). Ein dritter Preis wurde nicht vergeben.

Der gebürtige Durmersheimer Andreas Kohm erhält den ersten Lyrikpreis für sein alemannisches Gedicht über die arbeitende Natur (Kei Herrgoddsschdroich). Durch ihre klaren und heiteren Reime in “Nix wie schaffä” holte sich Hannelore Gugler aus Hüffenhardt den zweiten Preis. Den dritten teilen sich die beiden Karlsruher Peter Gugelmeier (D’r schaffig Markgräfler) und Iris Treiber (Zehn Verse vom Schoitre).

Schwer fiel die Auswahl bei den selbstkomponierten und getexteten Liedern. Schließlich siegte Dr. Helmut Dörr aus Wiesloch mit dem schwungvollen Jedem Tierle sei Pläsierle. Elisabeth Sandel aus Mudau holt den zweiten Preis dank des Titels „Mit offene Händ“ und den dritten Preis teilen sich zwei Künstler: Heiko Maier aus Waghäusel (Jetzt hewwis gschafft) und der Karlsruher Thomas Hans Meyer (D' Oma).

Auch der Rudolf-Stähle-Preis für junge Einsender wird geteilt. Er geht an Dominik Heitlinger (Stutensee) und Emely Maier (Waghäusel) für ihre Texte. Der Arbeitskreis Heimatpflege freute sich zudem über die Teilnahme von Schulklassen aus Wiesloch, Karlsruhe-Neureut und Durmersheim.
Die Mundartpreise sind mit 500 bis 1000 Euro dotiert. „Selbst die nicht prämierten Einsendungen stellen eine lebendige Dokumentation von südfränkischer, kurpfälzer oder alemannischer Mundart dar. Der Wettbewerb fördert regelmäßig eine Fülle von Anekdoten und historischen wie zeitgenössischen Dialekt-Geschichten zutage. Dabei gehören immer wieder neue Talente jeden Alters zu den Siegern“, erklärte Jury-Vorsitzender Thomas Liebscher. Immer wieder tauchten zudem bekannte Namen in den Siegerlisten auf. Denn um einen Preis zu erschreiben, seien möglichst originelle Themen und formbewusste Gestaltung nötig.

Wie immer werden Teilnehmer in der engeren Auswahl mit einer lobenden Erwähnung bedacht: Dies sind Gabriele Horcher (Bühlertal) und Rolf Braun (Obrigheim) in der Sparte Prosa sowie Philipp Eckerle (Bühl) und Roland Bruchmann (Karlsruhe) bei der Lyrik. Prosa-Siegerin Brigitte Köck reichte zudem eine bemerkenswerte Szene ein. Die Liedermacher Manfred Kaiser (Rastatt) sowie Uwe Mächtel/Thomas Renninger (Kronau/St.Leon-Rot) gehören ebenfalls zu den Gelobten.

Überreicht werden die Mundartpreise am 20. Oktober von Regierungspräsidentin Nicolette Kressl während der baden-württembergischen Literaturtage in Wiesloch. Dann sind die preisgekrönten Dialektautoren auch zu hören.